Okt 2017 | 22 Juli 2017 - SCOTT Rock the Top - Zugspitz Berglauf

22 Juli 2017 - SCOTT Rock the Top - Zugspitz Berglauf

 

Autor: Stephan König

 

Kurz und knackig – so könnte man den Zugspitz Berglauf beschreiben. Mit 15,8 Kilometer Laufdistanz, einem Anstieg von 2.127 Höhenmetern und einer Siegerzeit von knapp unter zwei Stunden gehört der Berglauf von Ehrwald über das Gatterl, die Knorrhütte und das Zugspitzplatt bis zum Gipfel der Zugspitze zu den härtesten und extremsten Bergläufen in den Alpen.

 

Warum sich nicht einfach mal dieser Herausforderung stellen? Nachdem wir, auch wegen der Extreme und den damit verbundenen Risiken, einige Zeit darüber nachgedacht hatten, stand unsere Entscheidung schließlich fest. Marcus, Thomas und ich wollten Ende Juli den Gipfel auf 2.962m in einer angepeilten Zielzeit von ca. drei Stunden erklimmen, um dort die LG-Fahne zu hissen!

 

Nun stellten wir uns die Frage, wie man für so einen Lauf eigentlich trainiert? Es gibt zwar einige Höhenmeter in unserer Umgebung zu Laufen, die aber aufgrund mangelnder Länge dem Zugspitz Profil nicht annähernd das Wasser reichen können. Also musste letztendlich der Markusberg mit seinem knackigen Anstieg zum „Cafe Mohrenkopf“ über „Schöne Aussicht“ und „Mariensäule“ herhalten. Diese Runde nebst „Himmelsleiter“ drehten wir ca. gefühlte 50-mal.

 

Am Vortag des Events machten wir uns freitags auf die Reise nach Ehrwald in Österreich. Startnummer abholen und Briefing standen noch auf dem Programm. Der erste Blick auf das Zugspitz Massiv war Ehrfurcht einflößend.

 

Wegen des erwartenden Wetterumschwungs am Mittag, wurde die Startzeit kurzfristig von 9.00Uhr auf 7:30Uhr vorverlegt, um möglichst viele Teilnehmer bis auf den Gipfel zu bekommen.

Mit Rucksack, Proviant und verpflichtender Notfall-Ausrüstung ging es bei leichtem Regen pünktlich los. Die Strecke war bis auf die ersten Kilometer nach dem Start und einigen kurzen Passagen an der Ehrwalder Alm sowie kurz vor der Knorrhütte nirgends flach, sondern führte durchgehend steil bergauf. Mit Respekt vor der Challange und dem „ersten Mal“, ließen wir es eher moderat angehen. Und so bauten wir an den steilsten Sektionen auch einige Geh-Passagen ein, die wir unter anderem zum Genießen nutzen konnten.

Die Aussicht auf das Bergpanorama und die einmalige Kulisse waren beindruckend und das aufklarende Wetter steigerte zusätzlich die Endorphin Produktion. Durch das abwechslungsreiche und stetig wechselnde Gelände haben wir die zunehmende Kälte und den reduzierten Sauerstoff Gehalt über 2000m nicht wirklich wahrgenommen. Nach 2h30min erreichten wir die letzte von insgesamt drei Verpflegungsstationen. Von hier aus mussten nur noch 400 höllische Höhenmeter überwunden werden. Dieses kleine Stück erforderte jedoch noch einmal eisernen Willen und die letzten Kraftreserven. Denn der Steig vom Platt auf den Gipfel war technisch anspruchsvoll. Er führte steil über loses Geröll und schmale Pfade mit tiefen Abhängen. Allein für diese kurze Etappe benötigten wir unendliche 30 Minuten!

Doch nach ca. 3h15min hatten wir das Ziel vor Augen. Voller Stolz es geschafft zu haben, wurden wir jubelnd von unserem mitgereistem Motivations-Team begrüßt.

Es bleibt für uns alle ein unvergessenes Erlebnis.

 
 
 

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